Als Bauherr wird man ja nahezu täglich mit neuen Nachrichten beglückt. In den letzten Wochen wurde uns deutlich gemacht, was der Bürokratieapparat alles auf Lager hat. Mitte Dezember meldete sich unser Bauträger. Auf seine Nachfrage beim Bauordnungsamt, wie es denn mit unserem Antrag aussehe, kam eine unschöne Nachricht. Nachdem wir nun den richtigen Antrag eingereicht haben, hat sich ein Nachbar beim Bauordnungsamt gemeldet. Ihm passt das neue Baugebiet nicht und nun hat er natürlich auch was gegen unser Bauvorhaben. Insbesondere unsere geplante Garage, die wir als Grenzbebauung vorgesehen haben, gefällt ihm so gar nicht. Für uns bedeutete das nun, dass unsere Baugenehmigung noch auf sich warten lässt. Zunächst wurden nun alle betroffenen Nachbarn zu unserem Bauvorhaben befragt. Nachbarschaftsbeteilung nennt sich dieses Vorgehen.

Bis zum 03.01.2017 hatten die Nachbarn nun Zeit Ihre Bedenken schriftlich bei der Gemeinde einzureichen. Nachdem auch uns die Abschriften der Anschreiben zugestellt wurden, haben wir Kontakt mit den Nachbarn aufgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass auch ein weiterer Nachbar bedenken bzgl. unserer Planung hatte. Unsere lange Auffahrt stieß nicht sonderlich auf Begeisterung. In einem persönlichen Gespräch konnten wir jedoch die Bedenken weitestgehend ausräumen. Somit waren wir guter Dinge, dass das Einverständnis bei der Gemeinde eingereicht würde.

Ende des Jahres kam dann erneut Post von der Gemeinde. Dort seien inzwischen Einwendungen der beiden Nachbarn eingegangen und man bat uns um Stellungnahme. Wir waren sehr verwundert, dass nun doch von beiden Nachbarn etwas kam und suchten das persönliche Gespräch beim Bauordnungsamt. Um das Thema möglichst schnell vom Tisch zu bekommen, vereinbarten wir direkt einen Termin für den 02.01.2017.

Leider verlief das Gespräch nicht wie erhofft. Zwar teilte man uns mit, dass die Bedenken bzgl. der Garage abgelehnt würden, die Genehmigung würde man uns allerdings nur erteilen, wenn die anderen Nachbarn der Zufahrt explizit zustimmten. Es hätte wohl bereits Urteile gegeben, nach denen unsere geplante Auffahrt zu lang wäre. Nach welchen Bestimmungen sowas entschieden wird, wissen wir bis heute nicht.
Neben diesem Thema kam dann noch die Stichstraße zu unserem Grundstück zur Sprache. Entgegen unserer Annahme, war diese bereits fix und fertig geplant, die Höhen waren in Stein gemeißelt. Was zuerst ein herber Schock war, stellte sich im Nachhinein zum Glück als nicht so gravierend heraus. So werden wir unser Grundstück wohl ohne Treppe und auch mit dem Auto erreichen können.

War noch das Problem der Zustimmung für die Auffahrt. Die Nachbarn waren im Urlaub und wir wussten nicht genau bis wann. Also haben wir ein Schreiben aufgesetzt und dieses gestern persönlich eingeworfen. Zu unserem Glück, kamen sie gestern Abend nach Hause und waren selbst völlig über die Reaktion der Gemeinde verwundert. Somit vereinbarten wir, uns noch einmal persönlich zusammenzusetzen.

Was hat man nun für Möglichkeiten, wenn man von anderen abhängig ist? Richtig, man muss Kompromisse eingehen und Zugeständnisse machen. Auch wenn es noch so schwerfällt und man sich absolut im Recht sieht. So haben wir uns nun darauf geeinigt, dass wir, natürlich auf unsere Kosten, einen Sichtschutzzaun entlang der Auffahrt errichten. Unsere Begeisterung hält sich in Grenzen, da diese Kosten natürlich nicht eingeplant sind. Im Gegenzug haben wir aber die Zustimmung in Form einer Unterschrift bekommen.

Somit steht unserer Baugenehmigung nun nichts mehr im Weg…